Mikhail Pochekin

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ROMANTIC VIOLIN CONCERTOS

Zwischen der Vollendung des Violinkonzerts e-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy bis zur Entstehung von Bruchs Violinkonzert Nr. 2 in d-Moll liegen 33 Jahre. Gar nicht allzu lange, könnte man meinen. Doch zum einen entwickelte sich die Musik und Kompositionskunst im 19. Jahrhundert in großer Geschwindigkeit weiter, zum anderen gaben Mendelssohn und Bruch der Violine einen völlig unterschiedlichen Stellenwert. „Bei Mendelssohn agieren Violine und Orchester sehr kammermusikalisch, für Bruch hat die Violine die Rolle des absoluten Protagonisten“, beschreibt Geiger Mikhail Pochekin.

Mendelssohn arbeitete bis 1844 an seinem Violinkonzert, Bruchs Konzert wurde 1977 in London uraufgeführt. Bruch selbst stand am Dirigentenpult, er hatte Pablo de Sarasate sein Konzert gewidmet, der Solist der Uraufführung war. Zu Sarasate selbst hat Mikhail Pochekin ein ganz besonderes Verhältnis: Bereits 2008 gewann er den Pablo-Sarasate-Nationalpreis in Madrid, zudem ist er Preisträger der Pablo Sarasate Competition in Pamplona (2009). Ebenso wurde er eingeladen, ein Konzert auf der Violine „Ex Boissier“ von Stradivari, die Sarasate gehörte, zu spielen, eine der „eindrücklichsten Erfahrungen“ Pochekins, wie er selbst sagt. Die Violine befindet sich nun im Museum des Madrider Konservatoriums, auch Mikhail Pochekin studierte in Madrid. Vielleicht also kein Zufall, dass er sich ausgerechnet dieses Violinkonzert für sein neues Album ausgesucht hat? „Sarasate ist ein wichtiger Name für mich. Und in dieses Stück kann man sich als Geiger nur verlieben, es ist hochromantisch“, sagt er, „außerdem ist es ein großartiges und dabei immer noch beinahe unbekanntes Werk“.

Ganz im Gegenteil Mendelssohns e-Moll Konzert, welches zu den beliebtesten Violinkonzerten gehört und das erste Stück ist, das Mikhail Pochekin gemeinsam mit einem Sinfonieorchester gespielt hat: „Diese Komposition begleitet mich schon mein ganzes Bühnenleben lang“. Für Pochekin hat das Werk einen experimentellen Charakter, es enthält einige für die Entstehungszeit kompositorische Neuerungen wie den nahtlosen Übergang vom ersten zum zweiten Satz. Auch Mendelssohns Violinkonzert war einer großen Geigerpersönlichkeit, Ferdinand David, gewidmet, dieser war Solist bei der Uraufführung 1945 in Leipzig. Mendelssohn schrieb dazu in einem Brief an David: „Ich möchte dir wohl auch ein Violinkonzert machen; eins in e-Moll steht mir im Kopfe, dessen Anfang mir keine Ruhe lässt“.

Gerade aufgrund der großen Tradition, die das Mendelssohn Konzert für viele Interpret:innen hat, weist Mikhail Pochekin darauf hin, wie wichtig es ist, es immer wieder neu zu entdecken, „das Stück so zu lernen als würde [man] es zu ersten Mal hören und spielen“. Und es vielleicht in Kombination mit dem weniger bekannten Bruch Violinkonzert Nr. 2, innerhalb der Spannungsmomente zwischen den beiden unterschiedlichen Werken, noch einmal ganz neu zu betrachten. 

Die Aufnahme bereichert das Zusammenspiel mit der Württembergischen Philharmonie unter der Leitung von Sebastian Tewinkel, „eine wunderbare und inspirierende Zusammenarbeit“, wie Mikhail Pochekin betont. 

www.mikhailpochekin.com

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Photo @ Evgeny Evtyukhov